Studien
in Philosophiegeschichte, Nationalökonomie, Theologie, Germanistik,
klassischer Philologie
Dissertation
1989: "Hegels Kritik Kants", 1899 Oberlehrerprüfung
Lehrertätigkeit bei Hermann Lietz
am Landerziehungsheim
(eine Art
Internats-Reformschule in ländlicher Gegend)
Wynekens radikal-konsequente Art brachte ihm viel Ärger ein: nach
seinem
Kirchenaustritt 1902 mußte er auf
Betreiben des kirchlichen Schulamtes den Posten
als Leiter des Landerziehungsheims Haubinda aufgeben; später gab es
auch heftige
Auseinandersetzungen mit Lietz, bei denen es letztlich um Macht und Einfluß
auf
Schüler ging
1906 verließ
Wyneken mit einigen Getreuen die Landerziehungsheime, nachdem der Streit
mit Lietz zu einem handfesten Skandal ausgereift war; mit seinem Freund
Paul Geheeb
gründete er die Freie Schulgemeinde
Wickersdorf
durch die Freie Schulgemeinde etablierten sich erste
Kontakte mit Jugendbewegten,
die als 'Praktikanten' an die Reformschule kamen
schon bald gab es eskalierende Auseinandersetzungen
zwischen Wyneken und Geheeb
im Hinblick auf Idee und Ausgestaltung der Freien Schulgemeinde (und mithin
letztlich
wieder um Einfluß), Schüler, Lehrer und Eltern wurden in die
Konflikte einbezogen
Geheeb ging 1909
(er realisierte seine Ideen dann mit der Odenwaldschule); Wyneken
wurde 1910
die Konzession als Schulleiter entzogen
auf der Suche nach neuen Handlungsräumen engagierte sich Wyneken recht
bald in der
bürgerlichen Jugendbewegung,
wo er versuchte, seine Vorstellung von autonomem
jugendgemäßem Leben einzubringen - die sich nach seiner Ansicht
nur in einem Netz von
Freien Schulgemeinden verwirklichen lasse
auf Interesse stieß er vor allem bei der "Jugendkulturbewegung";
die bürgerlich-
konservativen Wandervogel-Bünde hingegen, um die er so vehement warb,
distanzierten
sich immer wieder ausdrücklich von ihm: sie fürchteten nicht
zuletzt um ihr wohlwollendes
Ansehen bei Eltern- und Lehrerschaft, das ihnen als Minderjährigenvereinigung
die
Existenz sicherte
Date of
last change: 26.04. 2003